Meine Geschichte

In unregelmäßigen Abständen beschreibe ich in diesem Blog den Ablauf meines Übertritts zum Judentum. Um die zwischen politischen Polemiken, Lästereien und Wanderungen meines virtuellen Geistes eingestreuten Berichte einzeln anzusehen, kann man durch Klick auf die Kategorie Meine Geschichte eine Rekapitulation der wichtigsten Ereignisse lesen. Natürlich ist die Story umgekehrt chronologisch - d.h. man muß von unten nach oben lesen. Fortsetzungen folgen.

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Vorwort - wie es begann

Meine Geschichte beginnt in einer Zeit, als das Chatten, E-Mail, Webseiten und das Internet überhaupt noch so neu und cool waren, daß alleine die Tatsache, jemanden aus Israel, Indien und Papua Neuguinea zu kennen, Selbstzweck des Internets war.

Es begann mit israelischen Urlaubern, die quer durch Europa tourten und Halt machten in meiner Stadt. Es folgte eine Visitenkarte mit stolz prangender Webseite, die nach einer Plauderei über Internet und Sehenswürdigkeiten den Weg in meine studentische Kellnerinnentasche fand. Es ging weiter mit einer ungefähr einjährigen Chatbekanntschaft mit einem Verwandten der Urlauber, dem Inhaber der Karte, stolzer Internetbenutzer, einem lockeren freundlichen Kontakt, einer von vielen in meiner übervollen “Freundeliste”.

Mehr als ein Jahr später kam es zu einem Treffen auf der Durchreise (aber er hatte es wohl geplant) - zwei Fremde wurden ein Paar.

Nach einem Jahr Fernbeziehung, vielen Urlauben in Israel und Wochenende in der geografischen Mitte auf halbem Wege, löste ich meinen Haushalt auf und wanderte aus. Wir wohnten ziemlich beengt im elterlichen Haus irgendwo im Zentrum des Landes.

Später nahmen wir uns eine Wohnung, ich begann mich einzuleben, besuchte Sprachkurse, begann nebenbei zu arbeiten so gut es ging bzw. ich ließ arbeiten, denn ich selbst hatte als Tourist natürlich niiiie Geld verdient. :mrgreen:

Irgendwann kam das Gespräch mit der Mutti, das mir mein Freund schon angedroht hatte.

Sie machte mir unmißverständlich klar, daß ihr erstgeborener Sohn, Urenkel einer Rabbinerfamilie und Enkel von Auschwitzüberlebenden (gegen diese Argumente versucht nicht anzukommen!) eine Jüdin heiraten wird. Außerdem ginge das in Israel gar nicht anders, außer man will seine Kinder unnötiger Diskriminierung aussetzen (ein weiteres Totschlagargument). Kurzum: Ich müßte dem Club beitreten.

Aber man brauchte mich nicht zu überreden. Ich war selbst nicht religiös erzogen worden, ausgetreten aus der Kirche, neugierig auf eine neue Kultur, und verliebt. Ich fand den Gedanken, die Kultur meines Freundes zu studieren, sehr schön. Mir gefielen die Feste und Feierlichkeiten, der Familienzusammenhalt.

Das Problem war eher er. Er war nämlich auch “aus der Kirche ausgetreten”, d.h. das jüdische Äquivalent dazu: Er war säkular aus frommer Überzeugung.

Im nächsten Jahr bahnten wir, vor allem seine Mutter, erste Kontakte zum israelischen Religions-Establishment auf, welches eine geschlossene Veranstaltung ist. Ohne Beziehungen - hebräisch “Protekzia” - läuft dort gar nichts, sagte sie mir.

Am Ende war es dann eine einfache Lehrerin im Hebräischkurs, die mir die Kontakte vermittelte, als ich sie einfach geradeheraus danach fragte: “Ich will Jüdin werden.” Wozu um den heißen Brei herumreden? Das war doch nichts Außergewöhnliches. Sie gab mir die nötigen Telefonnummern.

Der Rest steht in Meiner Geschichte.

Eine Antwort zu “Meine Geschichte”

  1. bine sagt:

    hi schmetterlingsfrau!
    ich hoffe es geht dir gut. deine geschichten sind sehr interessant und lehrreich. wann kommt die fortsetzung von der adoptivfamilie? ich warte schon sehnsüchtig darauf.

    lg
    bine

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