Die Spanier tun es

Mittwoch, 28. März 2007

Nach langer Zeit schreibe ich wieder einen Eintrag - ich bin etwas schreibfaul geworden bzw. beschäftigter, eine Sache der Perspektive :)

 Ich bin vor ein paar Tagen von Spanien zurückgekehrt. Eine Begebenheit trug sich zu, eine winzige Kleinigkeitkeit, die ich als blogworthy eingestuft habe. Dabei geht es - natürlich passend zu meinem Lieblingsthema - um Terrorismus, genauer gesagt, den (aussichtslosen?) Kampf dagegen.

Wie jeder Israeltourist weiß, wenden israelische Sicherheitskräfte am Flughafen Profiling an, unter anderem rassisches Profiling (racial profiling), welches gemeinhin als menschenrechtsverletzend eingestuft wird (einfach ein beliebiges Webforum, einen Stammtisch oder eine Leserbriefseite aufschlagen). Israelisches Profiling läuft sehr subtil ab. Mit ein zwei Fragen, ein zwei Blicken wird jeder Passagier in eine Schublade gesteckt. Dabei wird einfach danach vorgegangen, was in der jeweiligen Situation am naheliegendsten ist. (Je nach Ausgangslage gehe ich denn entweder sofort als Israelin durch oder bin Touristin, Studentin etc. Die Trefferquote liegt derzeit bei ca. 50%. Ich mache mir einen Spaß daraus.) Was aber jedem Idioten sofort auffällt ist, daß Araber herausgepickt und offensichtlich genauer untersucht werden.

 Als wir den Flughafen in Tel Aviv betraten, würdigte der Sicherheitsmann die Eintretenden kaum eines Blickes (so sah es aus), aber der einzige Araber weit und breit wurde von ihm angehalten, mußte seine Papiere zeigen und wurde befragt.

Rassismus pur eben - das kann es nur in Israel geben. Wie jeder weiß, finden diese Schikanen nur aus dem Grund statt, Araber zu demütigen. Andere Gründe gibt es nicht…

 Aber ach. Dann kam der Rückflug aus Spanien. Ein relativ großer Flughafen. Die israelischen Passagiere für die Chartermaschine warten schon ungeduldig. Vor dem Boarding findet eine letzte Augenkontrolle statt, durch spanische Uniformierte, offenbar Grenzpolizei. Alle gehen an den beiden Männern vorbei, niemand wird auch nur angesprochen. Bis auf das arabische junge Paar, das in einer Reisegruppe (!) unterwegs war. Sie wurden angehalten, mußten ihre Handgepäcksstücke aufmachen und Papiere zeigen.

Ein Passagier murmelte: “Siehst du. Die Spanier tun es.”

Die Spanier hatten auch bereits ihren Anteil an Terror abgekriegt. Erst wenn es einem selbst an den Kragen geht, wird einem bewußt, daß hehre Ideale vom Verbot von Diskriminierung kein Leben retten. Das Untersuchen von jungen männlichen Arabern aber schon.

Natürlich fragt man sich, wie die sich wohl dabei fühlen müssen.

Ich stelle mir vor, daß es nicht viel anders ist, als wenn man als Europäer, EU-Bürger, Konvertit zum Judentum und israelischer Staatsbürger, der alleine reist und tonnenweise Gepäck mithat, ebenso durchsucht wird. So ergeht es mir sehr oft. Aber übelnehmen kann ich es niemandem, weil ich weiß, wieviele araberverliebte Peaceniks es in Europa gibt. Deutsche Mädels mit einem arabischen Freund, evt. islamisch geworden? Gibt es alles. Woher soll man wissen, ob eine bestimmte Person nicht zu diesem Kreis gehört? Riechen kann man es nicht, auf welcher Seite jemand steht. Deswegen gibt es Profiling. Es ist angewandtes Vorurteil, praktisch umgesetzte Pauschalisierung, Diskriminierung mit voller Absicht. Sowohl Araber als auch Europäer wie ich haben die Behandlung jenen zu verdanken, die sie notwendig machten.

Aber ich lasse mich lieber für fünf Minuten in eine ungeliebte Schublade stecken und von einem israelischen Sicherheitsbeamten schief ansehen als dann in den Gewehrlauf eines Terroristen sehen zu müssen, welchem es wahrscheinlich egal ist, woher ich komme. Die diskriminieren nämlich nicht.


Judentum im Wandel, Judenhaß im Wandel

Donnerstag, 1. März 2007

Was ein Jude ist, wurde immer schon davon mitbestimmt (oder überhaupt bestimmt), wie die Judenhasser einen definieren. Die grundlegenden Mechanismen und das Wesen des Judenhasses sind gleich geblieben. Das Gewand hat sich lediglich der Mode angepaßt.

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Der blaue Dunst - Rauchverbote im Vergleich

Mittwoch, 21. Februar 2007

Neben den allgegenwärtigen Maschinengewehren stören sich Israeltouristen auch an den Rauchverboten, die hier im Gegensatz zu vielen europäischen Ländern viel verbreiteter sind. Seit einigen Jahren lebe ich praktisch vollkommen ohne jeglichen Rauch. Undenkbar in Europa, wo die Forderung nach Rauchverboten eine Domäne der Linken ist und auf wenig Gegenliebe stößt. Den Rest des Beitrags lesen »


Für Israel Partei ergreifen: Deutsche und Israelis

Montag, 12. Februar 2007

Die Beziehungen zwischen Israelis und Deutschen werden meistens auf das Thema Schuld und Holocaust reduziert. Die deutschen Umfrageantworten sind widersprüchlich.

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Das Israelbild in der deutschen Presse: Militarismus und Gewalt

Donnerstag, 8. Februar 2007

Die Haltung der deutschen Mainstreampresse gegenüber Israel ist nicht einfach von Mißgunst gekennzeichnet. Das wäre eine unzulässige Vereinfachung. Es ist eher die Haltung eines arroganten Lehrers, der von oben herab einem faulen Schüler einen Rüffel erteilt. Ein Spiegelartikel macht das wieder allzu deutlich.
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Israelkritiker und Gutmenschen: Warum die Diskussion so sinnlos ist

Sonntag, 4. Februar 2007

Auf “Acht der Schwerter” befindet sich das lesenswerte Handbuch für Israelkritiker, das sehr gut Taktik und Charakter des gutmenschlichen Besserwissers erklärt, welcher politische Foren unsicher macht. Das soll eine kleine Ergänzung werden - ein kleines Handbuch für jene, die (trotzdem) mit ihnen umgehen wollen.

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Gepflegte Israelkritik anhand des Falls Kazaw: Ein Lehrstück

Sonntag, 28. Januar 2007

Das Topthema seit Wochen in Israel sind die Anschuldigungen gegen Präsident Kazaw. Er soll mehrere Frauen sexuell belästigt und sogar vergewaltigt haben. Dieser Skandal ist Ursache von Schamgefühlen und Wut, die quer durch alle Bevölkerungsschichten spürbar sind. “Ich schäme mich,Bürgerin des Staates Israel zu sein”, hatte meine Schwiegermutter gesagt. Und obwohl ich erst ein paar Jahre auch eine bin, schäme ich mich auch.

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Die Religion der Beliebigkeit

Sonntag, 14. Januar 2007

Im postchristlichen Europa hat eine neue Religion Einzug gehalten: Der fundamentalistische Individualismus. Verstärkt durch die Ablehnung organisierter Religion einerseits und durch das menschliche Bedürfnis nach Sinnsuche und Gemeinschaftsgefühl andererseits wurden tradierte religiöse und spirituelle Konzepte zu Waren, die man sich im Selbstbedienungsladen der Religionen individuell zusammensetzt. Für jeden Geschmack ist etwas dabei, losgelöst vom ursprünglichen Zweck der Religion, Lebenshilfen auf dem individuellen Pfad der eitlen Selbstfindung.

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Bioethik und Religion: Ein jüdisch-christlicher Vergleich zur Organtransplantation und Stammzellenforschung

Sonntag, 7. Januar 2007

Obwohl die Mehrheit der Christen wie auch der Juden ein nichtreligiöses Weltbild hat, ist der Einfluß religiöser Denkschemen auf die bioethischen Grundwerte nicht wegzudiskutieren. Besonders die Frage der Organentnahme von Hirntoten und der Stammzellenforschung wird in christlichen Gesellschaft völlig anders gestellt und beantwortet als in der jüdischen.

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Weihnachtsfeiern - rotes Tuch für politisch Korrekte und Verfolgte h. c.

Donnerstag, 21. Dezember 2006

In jedem Land ist es üblich, die größeren Feiertage der jeweiligen Mehrheitskultur festlich zu begehen. Auch im schulischen und beruflichen Umfeld ist das gängig. Die Minderheiten haben da normalerweise nichts dagegen - sind oft sogar anwesend und machen nebenbei ihre eigenen Feiern im kleinen Rahmen. Außer in manchen christlichen Ländern, wo die Weihnachtsfeier zur Projektionsfläche politischer Korrektheit und ostentativ gezeigter Verfolgheit wird.

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