Liebe Leser, und auch die, die nicht wahrhaben wollen, daß sie meine Leser sind.
Es stimmt, hier tut sich seit Monaten nichts mehr. Es fällt mir auch langsam auf. Ich habe das Gefühl, daß ich gesagt habe, was zu sagen war, und daß ich erzählt habe was zu erzählen war. Meine Meinungen sind deutlich rübergekommen, und meine Geschichte steht ausführlich beschrieben. Ich habe die Lust verloren, noch weiter über Dinge zu schreiben, die schon zu meiner Vergangenheit gehören und mit denen ich längst abgeschlossen habe. Das Leben geht weiter, und neue Seiten tun sich auf. Irgendwann muß man ein Kapitel abschließen und sich anderen Dingen zuwenden, außer man rotiert und kreiselt über Jahrzehnte am gleichen Fleck und entwickelt sich überhaupt nie weiter. Ich bin sicher, daß zu der Zeit, zu der ich dieses schreibe, meine alten “Freunde” immer noch dieselben, langweiligen Debatten darüber abhalten, ob man konvertieren darf, wenn man schon verheiratet ist, und ob Masorti in Israel anerkannt ist. (Ich kann es auch sagen, beides ist nicht der Fall.) Ich habe mich inzwischen online ganz anderen Dingen zugewandt, die mit dem Thema dieses Blogs überhaupt nichts zu tun haben. Aber wer weiß, man sieht sich vielleicht irgendwann doch!
Ab und zu werde ich ein paar Dinge hier reinschreiben, wenn etwas passiert, das ich für wichtig oder spannend oder interessant halte. Ein paar würden mir sogar einfallen, mal sehen, wann ich Zeit habe!
Kommentare werden natürlich weiterhin moderiert und Diskussionen mitverfolgt und Fragen beantwortet.
Mittwoch, 28. November 2007 um 0:11
Schade!
Dienstag, 12. Februar 2008 um 0:55
Hallo Schmetterlingsfrau,
Schade, dass Du eine Pause einlegst
Ich finde, es hätte noch so vieles zu erzählen gegeben, oder zumindest so vieles, was ich gerne noch von deinem bemerkenswerten Weg erfahren hätte:
Wie geht es dir heute?
Wie hast du die Veränderungen in Israel seit den 1990ern erlebt?
Auch hätte ich sehr gerne noch mehr von deiner Konvertierung zum Judentum erfahren, du hast ja leider nur ein paar wenige Blitzlichter auf dieses Abenteuer geworfen. Zwei Jahre … das ist eine Ewigkeit und ich, für meinen Teil kann mir immer noch recht wenig unter dem Vorgang feststellen. (Gibt es vielleicht andere deutsch- oder englischsprachige Blogger, auf die du mich verweisen könntest?) Du hast geschrieben, deine erste “Adoptivfamilie” wäre so schrecklich gewesen, aber irgendwie konnte ich nirgendwo finden was passiert ist und wie dann diese zweite Familie drauf war.
Wie lebt es sich nach der langen Zeit in Israel? Haben die Menschen dich und deine Kinder als Israeli akzeptiert oder bist du irgendwie doch immer noch mehr Deutsche für sie?
Wie gehtst du damit um, nie den Armeedienst gemacht zu haben? Ich kenne einige und habe von noch mehr Leuten gehört, die zu alt waren als sie Aaliyah gemacht haben und sich bis heute deswegen … nicht zugehörig fühlen.
Was sagst du zu aktuellen Themen in Israel? Zur Hamas in Gaza. Zum Winograd-Report. Zum Iran. Mach dir das Angst, oder gewohnt man sich irgendwann einmal daran?
Ich selbst war fünf Monate in Israel; also im Vergleich zu dir nur über Nacht, aber jeden Abend an meinem Tel Aviver Bomb Shelter vorbei zu gehen und die Gasmaske unterm Bett zu haben ist für mich nach einigen Monaten eher schwerer geworden, als leichter. Ich würde sehr gerne lesen, wie es dir damit ergangen ist und jetzt ergeht.
Also vielleicht packt dich ja irgendwann einmal doch noch wieder die Kreativität. Mich würde es auf jeden Fall freuen und ich werde von Zeit zu Zeit mal wieder hier vorbei schauen.
Shalom
Namida
Dienstag, 12. Februar 2008 um 14:50
Hallo Namida,
Soviele Fragen auf einmal.
Ich habe schon vorgehabt, die gesamte Geschichte zu erzählen, aber im Laufe der Zeit habe ich festgestellt, daß ich diesen Weg hinter mir gelassen habe. Das Bedürfnis mich mitzuteilen ist verschwunden. Ich habe mich zurückgezogen aus den Foren, Blogs und Mailinglisten. Es ist mir zu anstrengend und ermüdend geworden. Soviel Streit, sinnlose Debatten, immer dasselbe. Irgendwann läßt man Dinge ruhen, weil sie vorbei sind. Zum Glück sind nicht alle Orte im Internet auf Politik und Streit fixiert, oder Religion und Herkunft.
Es sind jetzt bald zehn Jahre daß ich hierbin. Die Konversion, die Einbürgerung, alles das ist vorbei. Ich beschäftige mich nicht mehr damit. Natürlich gibt es andere Blogger, die sich damit beschäftigen. Das deutschsprachige Blognetz, das sich unter dem Titel jüdisch formiert, scheint sowieso zu 90% aus Leuten zu bestehen, die konvertieren wollen, und 10%, die es tatsächlich getan haben… Google ein wenig, und du wirst sie schnell finden.:)
Die “schreckliche Adoptivfamilie”, das sind jetzt unsere Nachbarn. Die wohnen nebenan. Ich sehe sie ab und zu. Das Kapitel ist abgeschlossen für mich, das Leben geht weiter.
Gasmasken haben wir auch im Haus, immer noch, und was soll ich dazu sagen. Wenn sie notwendig werden, werden wir das auch überstehen. Oder wir fahren für den nächsten Krieg ins Ausland, wie alle, die sich das leisten können. Ich sehe vieles nüchternern, und auch enttäuschter. Mein virtueller politischer Einsatz war vertane Zeit. Ich hätte mich lieber mit lustigeren, freundlicheren Sachen beschäftigen sollen.
Das Dazugehören, ja. Nun ich werde nie ganz dazugehören, aber das ist auch gut so. So richtig dazugehören tun die wenigsten. Selbst wer in Israel geboren ist und lauter jüdische Vorfahren hat, gehört schon “nicht dazu”, wenn er zb. nicht bei der Armee war. Oder Marokkaner ist, oder sonst was. Ich habe mich auch in dieser Hinsicht geändert. Es ist mir egal. Die meisten sind einfach nur neidisch auf das, was ich bin und habe. Laut einer Umfrage würden 60% der Israelis auswandern, wenn sie die Gelegenheit hätten. Das sagt doch alles. Ich würde gerne in die USA ziehen.
Nein, der Iran macht mir keine Angst. Ich lache über diese Kreatur, mehr hat er nicht verdient. Angst machen mir eher die Wahlen in den USA. Einige Kandidaten können gefährlich für Israel werden.
Nun mache ich wieder Schluß. Ich sehe, daß doch viele diese Seite lesen, und ich kommentiere auch. Aber Neues kommt so schnell nicht.
Sonntag, 30. März 2008 um 23:11
schalom schalom!
bin seit wenigen std aus diesem verrückt schönen land zurück in deutschland und habe mich riesig gefreut über diesen blog gestolpert zu sein!
viele dinge die ich hier gelesen habe bringen dieses israelische auf den punkt. israelischer gehts nicht ;).
eine frage hätte ich (weis nicht ob irgendwann darüber geschrieben wurde): wie läufts mit deiner schwiegermutter? eine jiddische (auch noch polnische!!) momme hast du offensichlich überlebt!! respekt.
würde dir gerne schreiben, mag aber persönlich so ganz so öffentliche sachen nicht soooo sehr. würde mich dsh über eine email freuen.
byebye
Dienstag, 29. Juli 2008 um 18:58
eine sehr gute aktion die alle unterstuetzung wert ist !
BOYKOTTIERT DURBAN 2!
Gegen die Durban-Folgekonferenz der UN
Vor knapp sieben Jahren fand im südafrikanischen Durban die „UN-Weltkonferenz gegen Rassismus“ statt. Das erklärte Ziel der Veranstaltung war die öffentliche Anerkennung von Sklaverei und Kolonialismus als Verbrechen – doch dann mutierte sie zu einem regelrechten Tribunal gegen Israel und dessen Existenzrecht sowie zu einer Verteidigung unfreier Staaten und Diktaturen. Nun planen die Vereinten Nationen, im April 2009 eine „Durban Review Conference“ in Genf durchzuführen. Eine Gruppe von Intellektuellen fordert die europäischen Regierungen nachdrücklich auf, ihre Teilnahme an dieser Versammlung abzusagen.
(…)
http://boycottdurban2.wordpress.com/
ich habe hier meine meinung dazu gesagt
http://grenzgaenge.wordpress.com/2008/07/29/durban-2/