Blog-Pause bis auf Weiteres

Sonntag, 18. November 2007

Liebe Leser, und auch die, die nicht wahrhaben wollen, daß sie meine Leser sind.

Es stimmt, hier tut sich seit Monaten nichts mehr. Es fällt mir auch langsam auf. Ich habe das Gefühl, daß ich gesagt habe, was zu sagen war, und daß ich erzählt habe was zu erzählen war. Meine Meinungen sind deutlich rübergekommen, und meine Geschichte steht ausführlich beschrieben. Ich habe die Lust verloren, noch weiter über Dinge zu schreiben, die schon zu meiner Vergangenheit gehören und mit denen ich längst abgeschlossen habe. Das Leben geht weiter, und neue Seiten tun sich auf. Irgendwann muß man ein Kapitel abschließen und sich anderen Dingen zuwenden, außer man rotiert und kreiselt über Jahrzehnte am gleichen Fleck und entwickelt sich überhaupt nie weiter. Ich bin sicher, daß zu der Zeit, zu der ich dieses schreibe, meine alten “Freunde” immer noch dieselben, langweiligen Debatten darüber abhalten, ob man konvertieren darf, wenn man schon verheiratet ist, und ob Masorti in Israel anerkannt ist. (Ich kann es auch sagen, beides ist nicht der Fall.) Ich habe mich inzwischen online ganz anderen Dingen zugewandt, die mit dem Thema dieses Blogs überhaupt nichts zu tun haben. Aber wer weiß, man sieht sich vielleicht irgendwann doch!

Ab und zu werde ich ein paar Dinge hier reinschreiben, wenn etwas passiert, das ich für wichtig oder spannend oder interessant halte. Ein paar würden mir sogar einfallen, mal sehen, wann ich Zeit habe!

Kommentare werden natürlich weiterhin moderiert und Diskussionen mitverfolgt und Fragen beantwortet.


Nachhilfestunde in: Was ist ein Blog

Sonntag, 5. August 2007

Für alle Kommentatoren hier eine ganz kurze Klarstellung darüber, was ein Blog überhaupt ist. Ich möchte ja nicht, daß Leute ihre wertvolle Zeit mit dem Schreiben von Kommentaren verbringen, die ich dann lösche oder erst gar nicht durchlasse.

1. Ein Blog ist ein privates Projekt. Mein Blog hat meine persönliche Erfahrung und meine persönlichen Meinungen zum Inhalt. Und sonst nichts. Es ist weder Zeitung noch anderweitiges Medium. Es erhebt keinen Anspruch auf objektive Wahrheit (oder sonst etwas, von dem manche überzeugt zu sein scheinen, daß es ihre Lieblingsmedien für sich behaupten), sondern einen auf Subjektivität, Einseitigkeit, Gemeinheit, politische Inkorrektheit und Ehrlichkeit.

2. Ein Blog ist kein Webforum. Hier wird nicht diskutiert, und schon gar nicht über Nahostpolitik, und schon gar nicht objektiv und ausgewogen.

3. Da ein Blog privat ist, entscheidet der Besitzer darüber, was in ihm erscheinen darf und was nicht. Das nennt man nicht Zensur sondern Autorenschaft.

4. Obwohl dieses Blog in den USA gehostet wird und der Autor in Israel lebt, ist das Internet kein rechtsfreier Raum. Das ist kein Webforum, in das jeder reinpusten kann was ihm beliebt. Alles was hier an Kommentaren eingeht, wird beim Besitzer gespeichert. Man sieht auch die IP-Adresse.

Wünsche weiterhin viel Freude beim Lesen.


Die Spanier tun es

Mittwoch, 28. März 2007

Nach langer Zeit schreibe ich wieder einen Eintrag - ich bin etwas schreibfaul geworden bzw. beschäftigter, eine Sache der Perspektive :)

 Ich bin vor ein paar Tagen von Spanien zurückgekehrt. Eine Begebenheit trug sich zu, eine winzige Kleinigkeitkeit, die ich als blogworthy eingestuft habe. Dabei geht es - natürlich passend zu meinem Lieblingsthema - um Terrorismus, genauer gesagt, den (aussichtslosen?) Kampf dagegen.

Wie jeder Israeltourist weiß, wenden israelische Sicherheitskräfte am Flughafen Profiling an, unter anderem rassisches Profiling (racial profiling), welches gemeinhin als menschenrechtsverletzend eingestuft wird (einfach ein beliebiges Webforum, einen Stammtisch oder eine Leserbriefseite aufschlagen). Israelisches Profiling läuft sehr subtil ab. Mit ein zwei Fragen, ein zwei Blicken wird jeder Passagier in eine Schublade gesteckt. Dabei wird einfach danach vorgegangen, was in der jeweiligen Situation am naheliegendsten ist. (Je nach Ausgangslage gehe ich denn entweder sofort als Israelin durch oder bin Touristin, Studentin etc. Die Trefferquote liegt derzeit bei ca. 50%. Ich mache mir einen Spaß daraus.) Was aber jedem Idioten sofort auffällt ist, daß Araber herausgepickt und offensichtlich genauer untersucht werden.

 Als wir den Flughafen in Tel Aviv betraten, würdigte der Sicherheitsmann die Eintretenden kaum eines Blickes (so sah es aus), aber der einzige Araber weit und breit wurde von ihm angehalten, mußte seine Papiere zeigen und wurde befragt.

Rassismus pur eben - das kann es nur in Israel geben. Wie jeder weiß, finden diese Schikanen nur aus dem Grund statt, Araber zu demütigen. Andere Gründe gibt es nicht…

 Aber ach. Dann kam der Rückflug aus Spanien. Ein relativ großer Flughafen. Die israelischen Passagiere für die Chartermaschine warten schon ungeduldig. Vor dem Boarding findet eine letzte Augenkontrolle statt, durch spanische Uniformierte, offenbar Grenzpolizei. Alle gehen an den beiden Männern vorbei, niemand wird auch nur angesprochen. Bis auf das arabische junge Paar, das in einer Reisegruppe (!) unterwegs war. Sie wurden angehalten, mußten ihre Handgepäcksstücke aufmachen und Papiere zeigen.

Ein Passagier murmelte: “Siehst du. Die Spanier tun es.”

Die Spanier hatten auch bereits ihren Anteil an Terror abgekriegt. Erst wenn es einem selbst an den Kragen geht, wird einem bewußt, daß hehre Ideale vom Verbot von Diskriminierung kein Leben retten. Das Untersuchen von jungen männlichen Arabern aber schon.

Natürlich fragt man sich, wie die sich wohl dabei fühlen müssen.

Ich stelle mir vor, daß es nicht viel anders ist, als wenn man als Europäer, EU-Bürger, Konvertit zum Judentum und israelischer Staatsbürger, der alleine reist und tonnenweise Gepäck mithat, ebenso durchsucht wird. So ergeht es mir sehr oft. Aber übelnehmen kann ich es niemandem, weil ich weiß, wieviele araberverliebte Peaceniks es in Europa gibt. Deutsche Mädels mit einem arabischen Freund, evt. islamisch geworden? Gibt es alles. Woher soll man wissen, ob eine bestimmte Person nicht zu diesem Kreis gehört? Riechen kann man es nicht, auf welcher Seite jemand steht. Deswegen gibt es Profiling. Es ist angewandtes Vorurteil, praktisch umgesetzte Pauschalisierung, Diskriminierung mit voller Absicht. Sowohl Araber als auch Europäer wie ich haben die Behandlung jenen zu verdanken, die sie notwendig machten.

Aber ich lasse mich lieber für fünf Minuten in eine ungeliebte Schublade stecken und von einem israelischen Sicherheitsbeamten schief ansehen als dann in den Gewehrlauf eines Terroristen sehen zu müssen, welchem es wahrscheinlich egal ist, woher ich komme. Die diskriminieren nämlich nicht.


Judentum im Wandel, Judenhaß im Wandel

Donnerstag, 1. März 2007

Was ein Jude ist, wurde immer schon davon mitbestimmt (oder überhaupt bestimmt), wie die Judenhasser einen definieren. Die grundlegenden Mechanismen und das Wesen des Judenhasses sind gleich geblieben. Das Gewand hat sich lediglich der Mode angepaßt.

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Der blaue Dunst - Rauchverbote im Vergleich

Mittwoch, 21. Februar 2007

Neben den allgegenwärtigen Maschinengewehren stören sich Israeltouristen auch an den Rauchverboten, die hier im Gegensatz zu vielen europäischen Ländern viel verbreiteter sind. Seit einigen Jahren lebe ich praktisch vollkommen ohne jeglichen Rauch. Undenkbar in Europa, wo die Forderung nach Rauchverboten eine Domäne der Linken ist und auf wenig Gegenliebe stößt. Den Rest des Beitrags lesen »


Säkulares Judentum in Israel

Sonntag, 18. Februar 2007

Viele Vorstellungen über das Leben nichtreligiöser israelischer Juden, wie es von der Mehrheit der Israelis gehalten wird, sind falsch. Das was in Israel als säkular bezeichnet wird, würde man in Europa eher traditionell nennen.
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Warum es in Israel bei Burger King keinen Cheeseburger gibt

Mittwoch, 14. Februar 2007

Beim nächsten Treffen mit meiner “Adoptivfamilie” habe ich gesehen, wie ein koscherer Haushalt aussieht. Dieses mußte jeder in unserer Konversionsklasse dann auch zuhause Schritt für Schritt umsetzen. In Israel ist koscheres Essen eher der Regelfall als die Ausnahme.
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Der Wahnsinn der Interkulturalität - Teil 4: Kleider machen Leute, Haare auch

Dienstag, 13. Februar 2007

Was unterscheidet Kulturen voneinander? Die Sprache, die Religion, die Geschichte. Aber auch die Kleidung. Viele fragen mich, ob ich mich in Israel anders kleide. Wenn ich das bejahe, kommen meistens Nachfragen nach der Art: “Kopftuch auch? Oder nur lange Kleider?” Was die meisten nicht wissen: Der Unterschied zwischen der typisch israelischen Mode und etwa der deutschen ist nicht, daß in Israel alle herumrennen wie Klosterschülerinnen, sondern im Gegenteil.

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Für Israel Partei ergreifen: Deutsche und Israelis

Montag, 12. Februar 2007

Die Beziehungen zwischen Israelis und Deutschen werden meistens auf das Thema Schuld und Holocaust reduziert. Die deutschen Umfrageantworten sind widersprüchlich.

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Der Wahnsinn der Interkulturalität - Teil 3: Interreligiosität auf dem Prüfstand

Sonntag, 11. Februar 2007

Zugegeben, es gibt viele dumme Leute, die glauben Israel wäre ein islamisches Land. Sie fragen mich, ob ich einen Schleier tragen müßte und als Frau nicht unterdrückt werde. Das ist natürlich nicht so. Israel ist ein jüdisches Land, und was hier unterdrückt wird, das sind unerwünschte Geschenke.

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